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23.03.2009 18:33 Alter: 10 yrs

Neue Mensa steht auf 35 Pfählen

Knubben Spezialtiefbau - Bohrarbeiten auf dem Schulhof

Architekt Frank Cornelius (r.) und Projektleiter Thomas Neinhuis beaufsichtigten gestern die Bohrarbeiten auf dem Schulhof. FOTO: FISCHBORN

Knubben Spezialtiefbau - ISSELBURG. 22 Meter hoch ragt der riesige Bohrer in den regenverhangenen Himmel. Der Arbeiter sitzt schön trocken in seiner Kabine und bedient das 65-Tonnen-Gerät. Sein Auftrag: 35 Löcher bohren und mit Beton füllen. Diese Pfähle sind der Untergrund für das neue Mensagebäude, das auf dem Schulhof zwischen der Hauptschule und der Sporthalle am Stromberg entsteht.


Das sei wie bei einer Ölbohrinsel, erklärt Architekt Frank Cornelius – doch die Pfähle sieht man hier später natürlich nicht mehr. Fast 14 Meter muss der Bohrer in die Tiefe. Erst dann stößt er auf festen Grund. „Früher war hier mal ein Kieswerk“, erläutert Cornelius. Der Boden wurde etwa mit Schluff wieder aufgefüllt. Doch das trägt kein großes Gebäude. Wenn sich der Boden nach und nach setze und absacke, könne das verheerende Folgen für das Haus haben, erklärt Cornelius. Schon für den schweren Bohrer musste der Boden mit einer Geo-Textil-Folie und einer 30 Zentimeter dicken Schotterschicht vorbereitet werden.

Die Bohrpfähle seien die sicherste Lösung, wenn auch nicht die teuerste. Trotzdem soll das zweistöckige Objekt die stolze Summe von rund 1,6 Millionen Euro kosten. Auf insgesamt 650 Quadratmetern soll unten die Mensa für den Ganztagsbetrieb untergebracht werden, ein Klassenzimmer und die Toiletten. Ins Obergeschoss kommen weitere vier Klassenräume. Direkt unter dem Pultdach wird die Lüftungsanlage aufgestellt. Die Kantine soll Platz für 90 Schüler bieten. Sie hat große Fenster und eine Terrasse Richtung See – ebenfalls ein Überbleibsel des Kieswerks. Im Moment versperren noch Bäume und Büsche den Blick. Doch auch künftig soll ein Zaun verhindern, dass die Schüler bis ans Wasser kommen.

Im Februar könnte der Bau abgeschlossen sein, schätzt Cornelius. Eigentlich hätte schon in diesen Ferien alles fertig sein können, doch die politischen Entscheidungen hätten den Beginn stark verzögert, so der Planer. Im Moment können die Männer ungehindert arbeiten. „Wenn der Schulbetrieb wieder beginnt, wird es sicher schwieriger.“
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Die Bohrarbeiten liegen jedenfalls gut im Zeitplan. In aller Herrgottsfrühe hat sich der Schwertransport auf den Weg nach Isselburg gemacht, um sieben Uhr konnte das erste Loch gebohrt werden. Wichtig ist der Nachschub an Beton: „Wir verbrauchen 80 Kubikmeter, das sind zehn Autos voll“, erklärt Projektleiter Thomas Neinhuis von der Firma Knubben. Das Gelände kennt er schon: Auch beim Bau der Realschule vor einigen Jahren musste der Bohrer ran.

Mit den Löchern in Isselburg hat das Gerät noch längst nicht seine Kapazitätsgrenze erreicht: 20 Meter in die Tiefe und 90 Zentimeter im Durchmesser seien kein Problem, versichert Neinhuis. Nun soll die Masse ein wenig trocknen. Nächste Woche will Cornelius mit dem eigentlichen Fundament beginnen, dann folgen schon die Außenmauern: „Da wird man bald was erkennen können.“

Wohin mit den Rädern?

An der Stelle des neuen Gebäudes standen bislang die Fahrräder der Schüler. Die mussten weichen – sie haben ihren neuen Platz hinter der Sporthalle gefunden. Von dort soll dann ein eigener Weg auf den Schulhof führen.