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16.03.2009 15:21 Alter: 11 yrs

60 Betonpfähle in wenigen Stunden gesetzt

ISSELBURG (wit). 60 Betonpfähle an einem Morgen: Für das Fundament des Realschul-Neubaus am Stromberg wurden sie gestern in dieser Rekordzeit in die Erde gesetzt. "Die Leute können sich gar nicht vorstellen, warum das so schnell geht", sagt Architekt Frank Cornelius. Ein Spezialverfahren, das so genannte Schneckenbohrpfahlsystem, ist der Grund.


Beeindruckend ist das 22 Meter hohe und 60 Tonnen schwere Bohrgerät, das auf der Baustelle neben der Isselburger Hauptschule steht. Im "Endlosschnecken-Verfahren" wird sich dessen 12 Meter langer Bohrer mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern gleich in die Erde drehen. Bis zu einer Tiefe von 10 bis 11 Metern. "Der Bohrer hat unten eine Klappe. Seine Seele ist hohl", erklärt Thomas Neinhuis von der Klever Spezialtiefbau-Firma Knubben, der für die Bohrpfeilgründung zuständig ist. "Solange er in die Tiefe bohrt, ist die Klappe zu."

Habe der Bohrer die erforderliche Tiefe erreicht, werde von oben Beton durch das Rohr in seinem Innern gepresst, und die Klappe gehe auf, so

Beton geht durch Bohrer

Neinhuis. "Der Bohrer wird nach oben gezogen, gleichzeitig füllt sich das Loch mit Beton." Die Eisenstangen, der so genannte Bewehrungskorb, werden
nachträglich in den Frischbeton "eingerüttelt", so Neinhuis. Und schon ist der Pfeiler fertig, nur trocknen muss er noch.

Der Mini-Bagger säubert das Umfeld, die fünf Eisenstangen, die aus dem Pfeiler herausragen, werden später auf Höhe gekappt, erklärt Cornelius. Noch ziert blaue Plastikfolie die frisch gegossenen Pfeiler. "Damit der Beton von oben nicht so schnell austrocknet", sagt Cornelius. "Denn wenn Beton zu schnell trocknet, reißt er." Rund 100 Kubikmeter Beton wurden für die 60 Pfähle laut Neinhuis gebraucht. "Fünf bis sechs Betonwagen standen morgens noch hier", sagt Cornelius. Um die Mittagszeit ist nur noch ein Wagen zu sehen. Am frühen Nachmittag sollte die letzte Betonladung durch die rund 15 Zentimeter dicken Schläuche gepresst werden, die mit dem Spezialbohrer verbunden sind.

Auf die Pfähle werden demnächst die Fundamentbalken für die Realschule gelegt. Ohne ging es nicht. Denn der Boden am Stromberg ist nicht tragfähig. Eine Kiesbaggerei hat früher einmal an dieser Stelle gestanden. Die rostigen Eisenrohre - laut Cornelius insgesamt 100 bis 150 Meter - die die Arbeiter auf der Baustelle verteilt gefunden haben, zeugen davon. "Der Untergrund ist mal aufgefüllt worden", sagt Cornelius. "Mit allem Möglichen, aber der größte Teil davon war Lehmboden. Und der ist nicht tragfähig." Zu wenig Mutterboden. "Die ersten drei Meter sind schlecht." Deshalb seien die Betonpfeiler notwenig.

Beim Bau des Hauptschul-Erweiterungstraktes vor zwei Jahren war die Klever Spezialfirma schon einmal da. "Das sind richtige Profis", sagt Cornelius. Schwierigkeiten bei der Bohrpfeilgründung habe es nicht gegeben. "Problematisch war nur die Bohrung in der Nähe des Erweiterungstraktes." Wie kommen wir dorthin, ohne das Gebäude zu beschädigen? habe die Frage gelautet. "Wir haben extra ein Stück vom Dach abgeschnitten", so Cornelius. An der Stelle, wo die Realschule mit dem Hauptschul-Erweiterungstrakt verbunden werden soll.

Mit den Arbeiten auf der Baustelle, die am 5. August begonnen haben, zeigt sich Cornelius zufrieden. "Wir sind voll im Zeitplan, sogar drei bis vier Tage schneller", sagt er. Am Montag solle mit den eigentlichen Fundamentarbeiten begonnen werden. "Der erste Teil der Bodenplatten soll zum Schulbeginn schon komplett fertig sein", sagt Cornelius mit Blick auf die Verbindungsstelle zur Hauptschule. In zwei bis zweieinhalb Wochen
sollten die 60 Zentimeter breiten und ein Meter hohen Betonbalken - durch einige gehen auch Versorgungsleitungen - auf den Pfeilern liegen.